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Sprache im Wirtschaftsalltag
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Marktplatz

1:1 ist gut. 0:1 ist auch gut, wenn gewusst wie.
 

Worum es geht

Was als 1:1 Marketing daher kommt, ist größtenteils Etikettenschwindel, und sollte 0:1 heißen, denn auf der einen Seite sitzt eine Masachine. Der Mensch auf der anderen Seite ist aber nicht dumm. Er bildet derweil echte Netzgemeinschaften (Communities), deren Macht die Anbieter fürchten sollten, oder noch besser: If you can't beat them, join them. Vielleicht sind Sie so hübsch, dass Ihre Community Sie einlädt.

Beispielsweise könnten sich die Kunden auf Ihren Newsletter freuen; wenn das so ist, dürfen Sie gerne Eigenwerbung betreiben in Ihrem eigenen Rundbrief. Nicht ob, sondern wie man das macht, ist die Frage.





Siehe auch die technischen Antworten zu Ihren Fragen über Diskussionslisten der Netzbürger.
Dieser Artikel wurde in seiner ursprünglichen Fassung in der baerentatze vom März 2000 veröffentlicht: Aktuelle Ausgabe der baerentatze
 

Dieses Marketing
ist nicht Eins zu Eins

Wie wir mit einem sprechen, der uns gegenüber sitzt, wissen wir. Wie man zu 20 Millionen TV-Zuschauern spricht, ist auch kein Geheimnis. Notfalls heuern wir Herrn Jauch, der weiß es, und kann es.

Was wir noch nicht kennen, aber erkunden möchten, liegt dazwischen, darüber und dahinter: Das ist der
Diskurs im Internet. Und weil im Virtuellen unser aller Zeitbegriff ziemlich strapaziert wird, finden wir die Lösungen oft erst im vierdimensionalen Bereich. Wer kennt sich da schon aus?

Für das Marketing lautet die flotte Antwort: mach es Eins-zu-Eins! Kombiniere Datensammlung, Rechnerleistung und Internet, dann kannst du jeden Menschen persönlich betreuen:

"Lieber Herr Ochsendung, da Sie unser Knieknitzelgerät erworben haben, stellen wir Ihnen heute die Turboversion mit dem aufblasbaren Sockenhalter vor, hell-reseda, passend zur mausgrauen Ausgehsandale, die wir Ihnen bereits im März andrehen durften."

Follow up

Aber sind die Menschen so stumpf? Könnte es sein, dass sie bemerken, in dieser Formel 1:1 (Mensch zu Mensch), da mogelt auf der einen Seite Einer? Der ist kein Mensch, da hat bloß jemand eine Maschine so gepolt, dass sie tut, als ob sie ein Mensch wäre!

Ist das noch - oder schon - 1:1 Marketing? Wenn eine digitale Gestalt Menschen belästigt, müsste man ehrlicherweise vom 0:1 Marketing sprechen. Wobei die Null für den Computer steht, dem macht das nichts aus. 0 zu 1 könnte auch
Sinn stiften

"Diese Email schickt Ihnen Firma Merkwürdige Produkte GmbH als automatische Rückmeldung: Passend zu Ihren Einkäufen, bestehend aus Humtata und Hamtata, gibt es jetzt ein Accessoire, das Ihnen super gefallen wird. Da Sie um Benachrichtigung baten, laden wir Sie mit dieser eMail zu einer Vorführung ein.

Bitte klicken Sie: www.merkwürdig.de/sockenh/demo.de. Sollten Sie lieber persönlich beraten werden, schicken Sie diese Mail einfach zurück, dann meldet sich Frau Meisegeier; oder Sie rufen Frau Meisegeier selber an: 123 4567"


Schlicht, aber dafür einfach

Das wäre zwar noch immer Primitivmarketing, aber immerhin unterwegs zu einer Beziehung. Dann sähe die Zukunft so aus: Ihre Kunden melden sich von alleine, sie sind im Bilde, was es Neues gibt, und sie kaufen es zu einem fairen Preis. Und obendrein schleppen sie weitere Kunden an.

Zu schön um wahr zu sein? Das nun nicht, jedenfalls nicht ganz. Es kommt auf Ihre Zielgruppe an, auf Ihr Betriebsklima, auf Ihren Mut und wie emanzipiert sich Ihre Community gebärdet. In fortgeschrittenen Netzgemeinschaften können Sie nicht nur, Sie müssen sich sogar zurückhalten: Ihr Urteil gilt dann umso mehr.

Der Clou

Sorgen Sie nur dafür, dass Ihre Kunden untereinander in's Gespräch kommen. Manche Gemeinschaft findet erst durch den engagierten Anbieter zueinander, manchmal geschieht das gegen seinen Willen. Als der nagelneue Audi TT von seinen Besitzern kritisiert wurde, hat der Anbieter die seltene Chance verpasst; die Unzufriedenen haben ihre Community trotzdem gebildet.

Animieren Sie Ihre Mitarbeiter, dass sie an den Marktgesprächen
teilnehmen. Wenn Gutes über Sie geredet wird, verbreitet sich die frohe Mär. Wird über Sie geschimpft, erfahren Sie's ohne Umwege und Sie haben eine Plattform, wo Sie (Ihre MItarbeiter) zeigen was Ihr Haus kann.

Geht nicht? Die Mitarbeiter sind zu doof, die Kunden zu frech, und überhaupt, die Menschen, sie sind nicht so? Mag sein, und was ist, wenn sie es mit den Audifahrern halten?

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  Dipl.-Ing. Oliver Baer, Publizist
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