map altlinks unten
markierung

 
Sprache im Wirtschaftsalltag
Zur Übersicht aller Beiträge<go>
 

Nüchtern und sachlich bleiben

Was zumal die Ingenieure gerne behaupten
 

Worum es geht

Seriösität wird gerne mit Flanell verwechselt. Dabei ist es ganz eifnach: Der staubtrockene Ton ist dort angemessen, wo der einzige Geschäftszweck die Langeweile ist. In allen anderen Fällen sieht es schwieriger aus.


Manche gehen dazu über (ich zum Beispiel), vom Rundbrief statt vom Newsletter zu sprechen, wenn es nicht wirklich um News (Nachrichten) geht. Mehr über den Nutzen von Rundbrief und Newsletter

Newsletter und fachliche Gesprächszirkel werden detailliert beschrieben im Abteil Kommunikationswerkzeug
 

Der passende Ton im Newsletter

"Ihr Stil ist wunderschön. Aber für unser Corporate Image ist er zu blumig."

Mancher glaubt, seine Leistungen dürften nur mit einer nüchternen, rein sachlichen Nennung von Fakten dargestellt werden. Anders sei die Seriösität seines Geschäftes nicht vermittelbar.

Das stimmt grundsätzlich, aber nicht im einzelnen, denn meistens wird Seriösität nur mit Flanell verwechselt. Wäre sein Geschäftszweck die Langeweile, hätte er ja Recht, unter zwei Voraussetzungen:
  • Dass in seinem Hause nichts als Fakten hantiert werden, beispielsweise die Erfassung von Messwerten; und Emotionen kommen schlichtweg nicht vor
  • Dass keine Anekdoten seine Büros beleben, niemals Akten verlegt werden, jedes Telefonat prompt beantwortet wird.
Mit anderen Worten, wenn in seinem Hause alles so eiskalt klappt wie im Computer, und wenn Warmblütler darin nichts durcheinander bringen. Dann darf er, dann muss er sogar kundtun, er sei wie das Patentamt, welches bekanntlich auch nichts falsch macht.

Standortgemäße Folgen?

Die gute Nachricht:

Dann kann er sich den Newsletter sparen, ferner die Imagebroschüre, überhaupt alle Broschüren, und die übrigen Marketingschmonzes sowieso. Er braucht nur eines: Eine Website mit sauberen Tabellen seiner Leistungen und Preise, alles fein robotgerecht aufbereitet für den automatischen Preisvergleich im Internet. Dann machen selbst den Verkaufsabschluss die munteren Computer unter sich aus.

Die böse Nachricht:

Sein Angebot wird unter diesen Umständen ausschließlich über den Preis beurteilt, mehr kann man von Preisabklapper-Robotern nicht verlangen. Irgendwelche Beratungs- und Serviceleistungen, etwa der mitternächtliche Besuch des Technikers, passen in keine Tabelle. So etwas muss er als Dreingabe kostenlos dazupacken.

Verquaste Kommunikation

Es bleibt die Frage, wer für die Leistungen bezahlt - nämlich falls es der Kunde nicht tut. Denn die Hardware verträgt möglicherweise keinen Aufschlag, die muss er durchreichen.

Besteht sein Angebot jedoch zu neun Zehnteln aus weichen Leistungen, welche den Preisvergleich aus gutem Grunde scheuen, dann wäre ein nüchtern-sachlicher Ton vermutlich zu dürftig.

Das weiß der Ingenieur, und nicht nur der. Und weil ihm nichts Besseres einfällt, gibt er an, dass die Wände wackeln:
  • Wir lösen Ihre Probleme
  • Bei uns kommt der Kunde zuerst
  • Wir planen Ihre Zukunft
Wenn es der Kunde überhaupt noch wahrnimmt, sagt der: “Lösen darfst du bestenfalls meine Schnürsenkel, meine Probleme vertraue ich dir nicht an. Dass ich zuerst käme, widerlegen deine Sprüche. Und dass du meine Zukunft vorhersagen oder gar planen könntest, nenne ich mal eine kühne Behauptung.”

Den Ton finden

Was wäre demnach eine angemessene Wendung?
  1. Dass Ihr Ton eine Brücke baut zwischen den Erwartungen der Kundenmenschen und den Fähigkeiten der Mitarbeitermenschen. Das wäre bereits mehr als die halbe Miete. Weil sich Menschen im Geschäft schon einigen, wenn man sie lässt.
  2. Dass es keine Fertiglösung vorab gibt. Die beste und nachhaltige Lösung kommt zustande aus dem Dialog zwischen Ihren Experten und Ihren Kunden.
Dazu kann ein Newsletter beitragen. Tut er es nicht, vergessen Sie ihn. Und nach dem Newsletter kann es Dialogräume geben, sogenannte Diskussionslisten, die man geschlossen hält, oder offen, je nach Bedarf.

   zum Seitenanfang

 
  inhalt  angebot  kontakt  wissen  nutzen  person   Zur Baerentatze    Zu Spottolski
  Dipl.-Ing. Oliver Baer, Publizist
Wirkungsvolles Deutsch, Englisch, Globisch
Texte, Bücher, Vorträge

  Fon +49 (0)351  847 23 890 || Impressum: "kontakt"  Diese Seite:
www.oliver-baer.de/deutsch/00/newsletter_37.htm