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Sprache im Wirtschaftsalltag
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Profis stellen sich dem Marktgespräch

Auf dem Spiel steht die Glaubwürdigkeit des Anbieters
     

Gehmse dem Mann am Klavier noch'n Bier

 

Worum es geht

Community Manager von Macromedia stellen sich dem Dialog im Markt. Sie spielen mit offenen Karten, jeder weiß um ihre Herkunft. Die Regeln sind subtil, der Anbieter setzt seine Glaubwürdigkeit. Seine Zielgruppe weiß den einsatz zu würdigen.


Rätselfreunden bietet die baerentatze eine Eselsbrücke: Das, wo man das Bier draufstellt, ist nicht der Pianist!

Siehe Quellen zum Cluetrain-Manifest

Mehr über die Sinus-Milieus

Was Macromedia dort veranstaltet, beschreibt Martin Roell: Flash: Blogging Goes Corporate (via Schockwellenreiter)

Zur Kurzübersicht über die synchronen und asynchronen Typen von Gesprächsplattformen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht 2002 in der Juli-Ausgabe der baerentatze
 
Manche verwechseln den Pianisten mit dem Klavier. So geschah es mit dem Cluetrain-Manifest vor drei Jahren. Damals steckte mir ein Kollege, seine Kunden hätten keine Lust mit mir zu reden: "Der ist zu revolutionär!"

Den Paradigmenwechsel im Marketing beschwören inzwischen Jedermann und sein Hund. Bleiben wir skeptisch, die Wahrheit reift nicht durch Nachplappern, das Marketing folgt dem gesellschaftlichen Wandel, vielleicht bestimmt es ihn auch ein wenig. Übersehen wird nur, wie so häufig, eine Differenzierung nach sozialen Milieus.

Die Fachwelt staunt jetzt über Macromedia, einen prominenten Anbieter von Software für Web-Profis. Das Unternehmen hat kürzlich namhafte Mitarbeiter zu Community Managers gemacht. Seither fackeln sie in aller Netzöffentlichkeit einen privaten Klönschnack über die Produkte ihres Hauses ab. Man sollte meinen, der Farbe beim Trocknen zuzusehen, sei ungleich erregender. Aber die Sache hat einen Kniff: Diese fünf (oder inzwischen sechs) Typen reden wie Typen, nicht wie Macker von Macromedia. Und die Profis im Markt wissen genau was gespielt wird und kommen gucken, trotzdem, oder gerade deswegen.

Diese Community Managers führen sogenannte Weblogs, das sind virtuelle Seifenkisten, wie im Hyde Park, darauf stehen sie herum und quasseln. Hand und Fuß muss ihre Rede haben, auch einen falschen Ton strafen die Profis sonst sofort ab. Falsch hieße: die Musik kommt aus der Konserve, Profis aber schätzen den O-Ton. Und weil Macromedia - sichtlich - eine Menge riskiert, schafft und pflegt es eine Aura der Glaubwürdigkeit. Auch die sogenannten Hidden Champions - die im Verborgenen blühenden Meister ihres Fachs - glänzen durch ihre Mitarbeiter. Neu ist an der Macromedia-Sache nur, dass so etwas nun auch in offenen Märkten erprobt wird.

Werden die klassischen Marketing- und Vertriebskanäle dadurch überflüssig, profilieren sich die dialogbetonten Verfahren als effektiver, effizienter, preiswerter? Das hängt davon ab, ob Dialoge den Geschäftsalltag vereinfachen oder ob sie ihn vollends unübersichtlich machen. Wahrscheinlich braucht jeder Anbieter seine eigene Mischung aus virtuellen Dialogformen (Diskussionsliste, Weblog, Usenet, Bulletin Board, Rundbrief, Newsletter), persönlichen Begegnungen (am Telefon, am Ort, auf Messen, Events, Kongressen) und den letzten Mohikanern des Massenmarketings (Werbung, PR, Kugelschreiber verschenken usw).

Ein Marketing maßzuschneidern unter der Vorgabe "
Mehr bewirken, für weniger Geld" ist jedenfalls machbar, selbstverständlich mit dem eingebauten Paradigmenwechsler.

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  Dipl.-Ing. Oliver Baer, Publizist
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