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Sprache im Wirtschaftsalltag
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Locker bleiben

Das meiste was im Marketing funktioniert, ist eh nicht Ihr Verdienst
     

Das Ende des Hundertjährigen Krieges

 

Worum es geht

Der Erfolg Ihres Marketings liegt nicht nur an Ihren Marketing-Bemühungen, sondern an Zyklen und Trends, an Fortune, Disziplin und Fleiß. Zum Abgesang des alten Massenmarketings nehmen Sie sich gerne die Freiheit, neu zu definieren worauf es in Ihrem Geschäft tatsächlich ankommt.

Zum zweckmäßigen Kommunikations-Werkzeug

Wie sich die kleinste wirtschaftliche Einheit in ihrer Lebenswelt verhält, finden Sie beschrieben in den Sinus-Milieus

Diesen Beitrag lasen im Oktober 2002 als erste die Abonnenten der baerentatze.
 
Das Massenmarketing entstand aus der industriellen Revolution. Früher sprach sich der Ruf des tüchtigen Handwerkers von alleine herum. Seit massenhaft produziert wurde, für massenhafte Märkte, in denen es für alles eine Nachfrage gab, was sich aus den Fabriken ergoss, gab es für den Vermarkter nur eine Frage: Wie kriege ich den Tinneff am besten unter die Leute?

Eines Tages besaßen die Leute alles. Und wer es nicht besaß, der saß in Afrika, und spielte keine Rolle. Die übrigen begannen zu pfeifen auf den Schwachsinn, den ihnen das Massenmarketing servierte. Deshalb erfanden sie das Internet. Die Menschheit erfindet immer die Dinge die sie braucht, wenn sie sie braucht. Leonardos Ausnahmen tun da nichts zur Sache.

Das Internet stand zur Verfügung, als die Menschen danach verlangten

Die Kausalität dieser Dinge verdrehen viele, sonst würden sie mit dem Internet nicht auf die Nase fallen. Die Leute wollten nämlich nichts anderes, als sich ungestört zu unterhalten, so wie die Wissenschaftler und Militärs, die das Netz in Wirklichkeit zuerst erfanden. Ungestört vom Getöse derer, die in Restaurants laut reden und offenbar schon taub sind.

Mehr wollen die Netzbürger nicht, noch immer nicht. Das ist der Sinn des Internets: Kommunikation, der Abschied vom Massenmarketing.

Nicht überall. Es gibt immer Produkte die dem Ende ihres Lebenszyklus entgegen streben, Autos beispielsweise. In diesen Märkten herrscht Krieg, da soll kein Dialog mit Kunden die Artillerie ablenken. Von der Vierfarb-Doppelseite zu zwei Doppelseiten war nur ein kleiner Schritt. Inzwischen gibt es 24-seitige Centerfolds, die sind so teuer, da fragt sogar Spottolski, wieviel Näpfe die Werbung füllen würde ... aber seine Katerrechnung geht natürlich nicht auf, nicht einmal für postmateriell bevorzugte Produkte.

Wo Krieg herrscht, kann Marketing nur bescheuert sein

In mindestens einem Milieu ist der Hundertjährige Marketingkrieg jedenfalls vorüber. Der Sieger steht fest, er ist das Individuum, die kleinste wirtschaftliche Einheit. Oder, wenn Sie so wollen: die Merkurisierung, die Zersplitterung der Gesellschaft in Millionen Ich-AG's, die man so leicht nicht wieder zusammen bekommt, wie verschüttetes Quecksilber.

Wie geht es nun weiter? Entlernen Sie ein paar Ihrer Posen, ersetzen Sie Ihren Jargon durch einen neuen, viel schöneren, und wenn Sie nicht wissen, womit, probieren Sie es mit Schweigen, probieren Sie es mit Zuhören. Das bisserl, das Ihnen bestimmt gelingt, und sei es ein homöopathisches Döschen, ist bereits ein Exotentrip. Denn wer auch nur ein wenig hören kann, übertrifft allen anderen haushoch.

Aber das Massenmarketing funktioniere sehr wohl noch, sagen Sie? Das stimmt, aber nur noch zum Teil, und abnehmend:
  1. In bestimmten Milieus trifft es noch zu. Auf welches schießen Sie gerade?
  2. Manche Menschen bleiben gerne hinter dem Mond. Haben Zeit wie der Strand den Sand, gehen aber lieber zum McD als selber zu kochen. Bedienen Sie diese Leute zu Gunsten Ihrer Marge?
  3. Bei allen übrigen lohnt sich das genauere Hinschauen.
Messen Sie das Nichtmessbare

Sicherlich überprüfen Sie die Werbewirksamkeit Ihrer Kampagnen. Tun Sie sich den Gefallen, rechnen Sie spaßeshalber einmal den Umsatzanteil heraus, der Ihrem Produkt ohnehin zukommt - aus zyklisch wiederkehrenden Ursachen. das heißt, sie schätzen den Absatz, den Sie auch ohne Marketing eingestrichen hätten. Beispielsweise weil nach Nike Adidas dran ist, und nach Adidas Nike.

Oder rechnen Sie, wieviel Anteil keiner Planung, sondern der
Fortune geschuldet ist, und wieviel die schiere Disziplin des Übens einbringt. Auch ohne Marketing. Falls Sie dann ins Grübeln geraten, haben Sie schon halb gewonnen.

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  Dipl.-Ing. Oliver Baer, Publizist
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